Carrier of the Mask


Gerade aktuell, schreiben wir das Jahr 2018, viele Diskussionen werden gerade gefĂŒhrt. Skandale in der Autoindustrie, „Amerika first“ unter Trump, neue EU Richtlinien fĂŒr Datenschutz, Menschrechte und natĂŒrlich die FlĂŒchtlingspolitik weltweit. Neben all diesen großen Debatten, gibt es auch etwas, welches schon seit Jahren auch immer mal wieder diskutiert wird- der scheinbar offensichtliche Verfall der Gesellschaft. Die Menschen stumpfen nicht nur immer weiter ab, sind sich selbst der NĂ€chste oder haben keinen Respekt mehr vor ihrem GegenĂŒber oder BesitztĂŒmern anderer. Das gilt als Gesellschaftsproblem und der Trend soll wohl auch weiter bergab gehen.

Doch wo wird dieser Trend noch hinfĂŒhren, gibt es den Verfall der Gesellschaft ĂŒberhaupt? Eine gute Frage, welche wohl nur die Zeit beantworten kann. Einen möglichen Ausblick gibt der hier vorliegende Manga.

Eine Welt ist gebeutelt von dem stĂ€ndigen Wechsel  aus Krieg und Frieden, ein nicht enden wollender Kreislauf durchzieht seit Jahrhunderten die Welt der Menschen. Den Höhepunkt dieses Wechselspiels ist die Herrschaft ĂŒber Shelteron und dessen Schlachtfelder durch  Inanis Belau. Ganze sechs Jahre herrschte sie ĂŒber die weiten FlĂ€chen, bis zur Hinrichtung im Jahr 3024. Doch statt die erhoffte Erlösung, kamen Hunger, Seuchen und Terror. Eine FlĂŒchtlingswelle zog sich durch die zerstörten Gegenden, denn viele Menschen suchten Schutz in den sicheren StĂ€dten, doch „die Ordnung“ und deren Diktatur sorgten fĂŒr noch unmenschlichere Zeiten. Denn „die Ordnung“  ist ein Regime und hĂ€lt die Gesellschaft nach ihren eigenen MaßstĂ€ben in Takt. DafĂŒr werden die FlĂŒchtlinge in Lager gesperrt, fernab von sicheren StĂ€dten und zur Arbeit gezwungen, fristen ihr leben wie Ackervieh. Sie werden auch ihrer IdentitĂ€t beraubt, denn statt Namen gibt es Nummern und mit diesen Ziffern auf dem HandrĂŒcken werden sie auch registriert.

Elend, FlĂŒchtlinge als Sklaven und eine völlig zerrĂŒttete Gesellschaft, in dieser Welt Lebt Dion im Jahr 3030, der junge Mann mit der HandrĂŒckennummer 42036 geht fĂŒr ein Ziel arbeiten: seine Freundin freikaufen und ihr einen Antrag machen. DafĂŒr muss er ordentlich knĂŒppeln und dann ist da noch die Tatsache, dass sie Schwanger war. Das Kind ist aber wohl nicht von Dion, sondern von einem der Gutsherren, welche ihre hĂŒbschen weiblichen Sklaven gerne „benutzen“ und sie vergewaltigen. Allerdings steckt der junge Mann den Kopf nicht in den Sand und setzt alles daran sein Leben und das Leben seiner zukĂŒnftigen Frau in bessere Bahnen zu lenken. DafĂŒr arbeitet er noch hĂ€rter und lĂ€nger, denn alle 5 Tage dĂŒrfen die Sklaven einen Tag fĂŒr 100 Credits (1 Credit eine Stunde Arbeit) frei nehmen. Diese Tage nutzt er immer, um eben seine Freundin zu besuchen, doch diesmal kommt alles anders. Der gesunde junge Mann, welcher nur so vor Kraft strotzt stolpert auf einem Feld förmlich ĂŒber eine Landmine. Er selbst kann dieses seltsame Objekt nicht einordnen, muss es aber aus der Erde holen. Reibungslos funktioniert das leider nicht, denn kaum hat er die Mine in den HĂ€nden gibt es einen großen Knall und nicht nur Dreck regnet auf seinen Körper hernieder, auch sein eigenes Blut regnet auf ihn hinab. Die Mine hat Dion beide Arme abgerissen und förmlich zerfetzt, ohnmĂ€chtig sackt er auf dem Feld zusammen. Gepeinigt durch seltsame Visionen ĂŒber sich, das Kind seiner Freundin ein einer mystischen Maske die im helfen könnte, lĂ€sst ihm keine Ruhe.

Kurze Zeit spĂ€ter kommt er in einem Krankenbett, blutend und beider Arme beraubt, zu sich. Die Behandlung lĂ€uft, allerdings sehen die Pfleger noch schnell, dass er Sklave ist und die haben nun mal keinen Anspruch auf eine ordentliche Behandlung. Beide Arme weg, nicht mehr zu Arbeit fĂ€hig, will Dion einfach nur noch sterben. Eine Rettung könnte ein fremder Mann sein, der sich dem jungen Mann als Isaac Van Larva vorstellt, denn dieser Ă€ltere Herr war im „Verbotenen Land“ und hat von dort seltsame Relikte mit scheinbar mystischen KrĂ€ften mitgebracht. Diese Relikte will er Opfern von Peinigungen zur VerfĂŒgung stellen, um so eventuell die Welt zu verĂ€ndern. Doch kann ein zweifelhaftes Relikt in Verbindung mit gequĂ€lten Seelen ĂŒberhaupt eine Wende bringen oder klingt das eher nach einem Pakt mit dem Teufel??

 

zum Manga
Was ist „Carrier of the Mask“, der Manga ist eine Eigenpublikation von der Illustratorin „Vinny Vieh“.  Welcher jetzt im Jahr 2018 startet. Der erste Band erschien im Juni 2018 und enthĂ€lt nicht nur sechs farbige Seiten und diverse GastbeitrĂ€ge auf den hinteren Seiten, sondern behandelt nebenher noch diverse Gesellschaftskritische Themen wie FlĂŒchtlingspolitik, Sklaverei und die Trennung der Gesellschaftschichten (die Schere zwischen Arm und Reich), das alles wird in eine mystische und zugleich harte Geschichte verpackt. Durch den Zeichenstil wirkt die Story zudem auch zeichnerisch dreckig und kantig, das passt sehr gut und wird durch die KraftausdrĂŒcke noch weiter unterstrichen. Der Manga kommt erwachsen und wenig verspielt daher, deshalb hat er auch eine Empfehlung „ab 18+“ von der Mangaka bekommen. Aber schaut doch mal auf ihre Seite vinnyvieh.com und schaut mal in den Manga rein. Zudem wird sie ihren Manga auch auf der Comic Con in Stuttgart vom 30.06. bis 01.07.2018 vorstellen und verkaufen.

Das solltet ihr auf jeden Fall mal checken, denn sie hat schon einige Award gewinnen können, so z.B. den „Pimp My Character 2014“ AnimaniA Award. Eben dieser Charakter ist auch die Hauptrolle im vorliegenden Manga.

 

Fazit
Carrier of the Mask ist eine waschechte Eigenproduktion, kein großer Verlag und daher auch völlige kĂŒnstlerische Freiheit und das tut dem ersten Band schon sehr gut. Es ist blutig, dreckig, gesellschaftskritisch und trotzdem erwachsen. NatĂŒrlich  darf neben der Dramatik auch die Fantasy-Sparte nicht ganz fehlen. Allerdings gibt der erste Manga noch nicht so viel Preis, macht durchaus aber Lust auf mehr. Schaut auf jeden Fall mal in den Manga hinein und macht euch ein Bild, es könnte sich fĂŒr euch lohnen.

Ach ja: Den Manga gibt es auch als englische Version.

 

wir danken Vinny Vieh fĂŒr die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares

 

  • Genre: SciFi/Drama
  • Entstehungsjahr: 2013- 2018
  • Publisher:
  • Anzahl der BĂ€nde: 1-
  • Text: Vinny Vieh
  • Zeichnungen: Vinny Vieh

Carrier of the Mask

8.2

Gesamtwertung

8.2/10

Pro

  • interessante Geschichte
  • cooles Artdesign

Kontra

  • Band eins lĂ€sst viel offen

verwandte BeitrÀge

hinterlasse ein Kommentar

Bitte akzeptiere unsere Datenschutzbestimmungen.