Der Rote Punkt

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Gerade erst das Studium abgeschlossen und auf der Suche nach einer beruflichen Zukunft, muss sich Aki Onodera erst mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen. Immer wieder hat sie in ihren Träumen Erinnerungsfetzen von ihrer Familie, die bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Aber was genau passiert ist weiß keiner, nicht einmal ihre Tante und ihr Onkel. Diese hatten sie nach dem Verlust der Eltern bei sich aufgenommen und großgezogen wie ihre eigene Tochter. Trotzallem brennt in Aki das Verlangen endlich herauszufinden was wirklich passiert ist, warum sie ohne ihre Eltern aufwachsen musste. Trotz vehementen Einspruchs ihrer Tante und ihres Onkels, macht sie sich auf die Suche. Als einzigen Anhaltspunkt hat sie eine alte Kiste, in dieser findet sie einem Fotoapparat, in welchen sogar noch ein alter Film eingelegt ist, einen Brief und einen ausländische Landkarte, welche eine Markierung an einer bestimmten Stelle trägt. Ist dieser Punkt die langersehnte Antwort auf alle ihre Fragen?

Mit wenig Hoffnung lässt sie die alten Fotos entwickeln und entdeckt dort drauf ihre eigene glückliche Kindheit, sie zusammen mit ihren Eltern. Da ihr Entschluss feststeht, packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg. Ihr Ziel: Deutschland, Ostallgäu.
Im idyllischen Ostallgäu angekommen, steht sie erst mal mitten auf dem Land, da sie sich nicht auskennt betritt sie auf der Suche nach Hilfe eine Polizeistation. Dort herrscht gerade Trubel um einen Stadtbekannten Motorradraser: Elias Weber. Zum wiederholten Male wurde er aufgegriffen und muss nun auf seinen Vater warten. Als Johannes Weber in der Dienststelle ankommt, ist er wenig begeistert vom erneuten Fehlverhalten seines Sohnes. Aki sieht der Situation erst mal zu und wagt es dann endlich nach dem Weg zu fragen. Glück im Unglück, Familie Weber hat doch denselben Weg und nimmt sie mit. Endlich wird Aki die Stelle finden an der ihre Familie starb, oder doch nicht?

Am Ziel angekommen, bedankt Aki sich herzlich bei den Webers und setzt ihren Weg alleine fort. Auf der Suche nach einem Gedenkstein, welcher sich an der Unglückstelle befindet, wird es schnell dunkel und Aki steht alleine da. Es sollte doch wohl irgendwo eine Pension oder ein Zimmer zu finden sein. Auf ihrer Suche trifft sie Elias wieder, dieser nimmt sie ohne weiteres mit zu sich nach Hause und bietet ihr das Gästezimmer an.
Nach und nach zeigt sich das durchs Akis Anwesenheit im Hause Weber auch Dinge an Tageslicht kommen, die bis dahin totgeschwiegen oder verdrängt wurden. Auch Aki merkt dass zwischen Vater und Sohn eine Menge Konflikte schwelen. Welche unausgesprochenen Dinge liegen wohl noch zwischen den beiden?

Ein sehr ruhiger einfühlsamer Film wird uns hier von Marie Miyayama geboten. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. 1998 hatte Marie Miyayama eine Frau , Japanerin, kennengelernt, von der sie überaus fasziniert war, weil diese wie Aki im Film die Reise an den Ort der Tragödie nicht mit Wut unternahm, sondern um von ihrer Familie Abschied nehmen zu können.

Im Film treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander, diese sind zwar im Schicksal miteinander verbunden, aber doch so weit entfernt. Jeder geht mit seine Konflikten anders um, während Aki sehr ruhig Abschied nehmen will und dafür Reiskuchen für ein rituelles Essen mit ihren Eltern bäckt, lässt Johannes Weber seine unausgesprochene Schuld in Aggressionen an seinem Sohn aus. Beide Seiten könnten nicht weiter voneinander entfernt sein und dies wird noch dadurch verstärkt das Aki  nur sehr schlecht Deutsch kann und Familie Weber kein japanisch spricht. So werden Gefühle und Gedanken nur durch die Schauspielweise der Darsteller ausgedrückt. Vor allem Yuki Inomata gelingt dies erstaunlich gut, sie lässt Aki trotz der Schweigsamkeit sehr charmant wirken. Wie Aki im Film kann Yuki Inomata schlecht Deutsch was gerade der Grund dafür ist, warum sie ihre Rolle so überzeugend rüberbringen könnte.

Fazit
Wer einen guten sensiblen Film sucht ist hier genau richtig. Dieser feinsinnige Kinofilm zeigt die soziallen und kulturellen Unterschiede in einer faszinierenden Art und Weise.

 

  • Genre: Drama
  • Entstehungsjahr: 2007
  • Typ: Movie
  • Regie: Marie Miyayama
  • Drehbuch: Marie Miyayama, Christoph Tomkewitsch

zur DVD

  • Sprachen: deutsch DD 2.0; DD 5.1
  • Untertitel: deutsch, japanisch
  • Extras: –

Der Rote Punkt

Der Rote Punkt
8.1

Gesamtwertung

8.1/10

Pro

  • interessante Geschichte

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