Megaman: Legacy Collection

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2016 wird ein heißes Gamingjahr, ein Jahr voller Konsolen- und PC Games, welche nur so voller optischer Reize stecken und mit einer dichten Story punkten möchten. Doch oft ist es leider so, dass zwar die Story dicht ist und Spannung erzeugt wird aber das Spiel zu leicht, zu überladen oder gar zu kurz ist. Vor allem der erste Punkt wird immer wieder bemängelt, denn moderne Actiongames setzen zwar auf eine ordentliche Präsentation, sind aber oft zu leicht und zu kurz. Da kann es schon mal vorkommen, dass so ein 60 Euro Kracher nur zarte acht Stunden beschäftigt. Nun, jetzt reise ich mit euch mal eben 20 Jahre zurück in die 1990er: Hier waren Konsolen noch grau und kantig, Nintendo war mit Abstand DER Marktführer und die PC´s waren nach heutigem Stand einfach nur ein Witz. Doch Begriffe wie 386er oder Commodore 64 waren in der PC Szene allgegenwärtig. Ach ja, an Internet war hier noch nicht zu denken, wer es sich leisten konnte hatte eine Minutenabrechnung über ein lahmes 56k Modem (und die waren schon sehr preisintensiv). Flatrate? Absolute Fehlanzeige.
Gerade die Konsolen machten es Familien einfach Spielunterhaltung zu erfahren, ohne einen teuren PC anschaffen zu müssen. Gerade Big N war zu der Zeit mit dem NES sehr stark aufgestellt und jeder dritte hatte den japanischen grauen Kasten unter dem Röhren TV stehen. Doch nicht nur der Klempner Mario machte die Wohnzimmer unsicher, auch ein blauer junger Mann mit einem Blaster sollte die Aufmerksamkeit der Spieler auf sich ziehen. Man muss nämlich wissen, das Jump´n´Runs zu der Zeit eines der am besten verkauften Gamegenres war, die Sidescroller hatten es tatsächlich auch oft in sich und forderten viele Spielmechaniken vom Tastendrücker, die man heute kaum noch anzuwenden vermag. Ein ganz großer Vertreter war der Blaster tragende MegaMan aus dem Hause Capcom. Dabei gilt vor allem der Spieldesigner und Entwickler Keiji Inafune als Vater von MegaMan, der in Japan als RockMan bekannt ist.
Doch was ist an dem Jump´n´Run „MegaMan“ so besonders? Alle Hauptteile der Reihe haben prinzipiell eins gemeinsam: es verlangte in wirklich jedem der Level, welche stets anwählbar waren und am Ende mit einem Endboss aufwarteten, alles vom Spieler ab. Jeder Sprung musste passen und jeder Schuss musste sitzen. Oft entschied sogar das Beherrschen beider Mechaniken in Kombination über Leben oder Tod. Saß der Sprung nämlich mit dem Schuss nicht, führte das entweder zu einem Sturztod oder zu einer schnellen Verminderung der Lebensanzeige und damit auch dem Tod. Es war also selbst in den 90ern ein bockschweres Spiel, das vielen Zockern die ein oder andere schlaflose und frustrierte Nacht bescherte.

Vor einigen Jahren gab es von Capcom nun schon die ein oder andere Neuveröffentlichung über Retailversionen und zum Schluss als digitale Ware für PS3, XBOX 360 und so weiter. Seit einiger Zeit gibt es jetzt auch einen Ableger für den 3DS.
Wenn ihr euch für diese Version der Legacy Edition entscheidet, erwarten euch die ersten sechs Ableger der Blauball- Saga. Hier hüpft ihr euch durch alle bekannten Level und tretet gegen jeden der Endgegner an. Dabei sind alle sechs Teile gleich anwählbar und natürlich dürft ihr auch die Level in den Spielen einfach auswählen und so selbst entscheiden wo ihr anfangen möchtet.
Dabei wurde das Erlebnis etwas frustfreier gestaltet, denn ihr habt nun die Möglichkeit mit Speicherpunkten zu zocken und euch so Stück für Stück vor zu arbeiten. Wenn ihr also dem Tod nicht mehr von der Schippe springen konntet, könnt ihr ein Ort eures Ablebens wieder einsteigen. Auch die Tatsache, dass ihr nach dem Abschalten des Spiels nicht noch mal von vorne beginnen müsst, will ich hier lobend erwähnen.
Sonst wird das Erlebnis noch um Artgalerien und 50 Herausforderungen ergänzt, natürlich hat alles mit MegaMan zu tun und ist Serientypisch gar nicht mal so einfach. Denn hier werden verschieden Abschnitte zusammengewürfelt und oft mit engen Zeitlimits versehen. So ist das nacheinander Besiegen der Endbosse Teil einiger dieser Herausforderungen.
Habt ihr dazu noch einen New 3DS und einen Mega Man amiibo zur Hand, gibt es noch mal weitere Herausforderungen oben drauf. Sonst bekommt ihr noch eine Galerie in der ihr die Soundtracks und auch die Cover, Bedienungsanleitungen und NES Module bestaunen könnt.

Irgendwie fehlt da was
Wie weiter vorn schon erwähnt, werdet ihr in der Legacy Collection Teil ein bis sechs finden. Das sind die Jahrgänge bis ca. 1993. Doch was ist mit dem Rest? Denn auf dem Super Nintendo gab es ja auch noch weitere Mega Man Ableger, diese haben es irgendwie nicht in diese Kollektion geschafft. Tragisch in anbetracht der Tatsache, dass ja für die PS2 eine Edition veröffentlicht wurde, welche schon mal umfangreicher war.
An der Technik selber gibt es an sich nichts zu meckern, da die hier vorliegende Reihe aus der 8 Bit Ära stammt läuft soweit alles flüssig. Allerdings gibt es einen kleinen Haken, der fünfte Teil in diesem Paket hat so seine „Hänger“, denn immer wieder bricht die Framerate arg ein und das Spiel ruckelt über den Bildschirm als hätte man am 3DS nicht mehr an der Speed- Kurbel gedreht. Das trübt den sonst so sauberen Auftritt der Kollektion doch schon arg, gerade weil die Titel in Sachen Grafik nicht sehr anspruchsvoll sind. Da ihr allerdings in den Optionen auch auf die Originalen „RockMan“ Games umschalten könnt, diese sind tatsächlich ein wenig anders (nur im Detail), ist das mit dem fünften Teil doch durchaus noch verkraftbar. Denn als RockMan ruckelt es hier nicht über den Bildschirm, das verwirrt meinen Gamerkopf tatsächlich noch mehr.

Fazit
Die MegaMan Reihe ist auch heute noch, vor allem was ihren Schwierigkeitsgrad angeht, fast unerreicht. Die Story, welche hinter jedem Spiel steht, gerät angesichts der erstklassigen Jump´n´Run Episoden mit den gut designten Levels enorm in den Hintergrund. Das war schon immer so und wird auch sicherlich immer so bleiben. Klar, solche Art Kollektionen gab es schon ein paar Mal, diesmal findet aber zumindest ein Teil der Mega Man Spiele den Weg auf euren 3DS. Die Portierung ist recht gelungen, wenn da nicht MegaMan 5 wäre, denn der krankt an einigen Bildrateneinbrüchen, was sehr unschön ist. Klar die Präsentation ist auch nicht von bester Art aber es geht ja um den Inhalt und der ist genau wie vor 20 Jahren, einfach herausfordernd und begeistert für viele frustrierende Stunden vor dem kleinen Bildschirm. Wenn ihr also mal 15 Euro im eShop übrig habt, dürft ihr ruhig zuschlagen. Denn die 8Bit Optik macht auf dem 3DS echt was her.

 

wir danken Capcom für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares

 

  • Genre: Jump’n’run
  • Entstehungsjahr: 2016
  • Plattform: N3DS/PS4/PC/XBox One
  • Hersteller: Capcom
  • Publisher: Capcom

zum Spiel

  • Sprachen: –
  • Untertitel: deutsch
  • Spieler: 1

Megaman: Legacy Collection

Megaman: Legacy Collection
7.5

Gesamtwertung

7.5 /10

Pro

  • cooler Ausflug in die frühen 90er
  • technisch sauber

Kontra

  • etwas wenig Inhalt
  • Schwächen des Originals noch enthalten

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Written by 

Fan von Anime/Manga wie Bubblegum Crisis, Armitage III, Gunsmith Cats, Heimliche Blicke, Ranma 1/2 und liebt Filme wie Ghostbusters, Marvel, DC. Spielt allerdings auch gerne Games wie Batman Arkham Reihe, Assassins Creed Origins, Carmageddon und vieles mehr Seit mehr als 17 Jahren Admin von Anime Illusion und immer noch mit Spaß an der Sache.

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