Tränen der Erinnerung

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Wie schnell doch die Jahre vorbeigehen, eben war man noch ein Kind und genoss seine Freizeit und schon ist man erwachsen und muss sich mit dem Leben auseinandersetzen. Taeko ist eine junge Frau und arbeite als Büroangestellte in Tokio. Ihre Freunde beneiden sie um ihr schönes Leben, ein guter Job, eine schöne Wohnung, genügend Geld. Alles hat nur einen kleinen Makel, sie ist immer noch unverheiratet, immer wieder ein Thema in den wöchentlichen Telefonaten mit der Familie.
Aber wer hart arbeite, sollte auch mal Urlaub machen. Taeko hatte sich als Kind immer gewünscht, sie hätte Verwandte auf dem Lande, welche sie besuchen könne, aber leider war dies nicht der Fall. Auf das Anraten ihrer Schwester, sollte sie zu der Familie ihres Schwagers fahren. In eine schöne ländliche Gegend, dort könne sie sich an der Arbeit beteiligen, dort müssten zur Farbgewinnung Blüten gepflückt werden. Taeko ist begeistert und steigt ein paar Tage später in den Zug nach Yamagata, im Norden Tokios. Die Reise würde eine Weile dauern, genügend Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen.
Immer wieder kommen ihr Geschichten aus ihrer Kindheit in den Kopf, vor allem Episoden aus der 5. Klasse. Erinnerungen an ihre Freunde, an längst vergessene Dinge, an ihre erste Liebe. Die Zeit im Zug verflog wie nichts und schon war sie am Bahnhof von Yamagata angekommen.

Am Bahnhof warte, eingeschlafen auf einer Bank, Toshio und fasst hätte er Taeko verpasst, aber schreckhaft erwacht, erwischt er sie gerade noch am Ausgang. Schließlich war er doch extra gekommen um sie abzuholen. Beide steigen in sein kleines Auto und machen sich auf die Fahrt zum Hof der Familie.
Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut, die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen. Toshio wird auch ihr ständiger Zuhörer ihrer Erinnerungen, ganz ohne Verlegenheit erzählt sie ihm ihre Erinnerungen aus der 5. Klasse. Auf dem Hof angekommen, wird Taeko herzlichst von der Familie empfangen, man freut sich über den Besuch aus der Stadt und ist natürlich auch ein bisschen neugierig, schließlich sind es zwei ganz verschiedene Welten, das ruhige Leben auf dem Land und die Hektik der Stadt.
Taeko fühlt sich gleich ganz wie zu Hause, ein angenehmes friedliches Gefühl legt sich über sie und voller Energie macht sie sich an die Arbeit auf dem Hofe. Toshio erzählt ihr, das auch er aus der Stadt kommt und erst seit kurzem auf dem Hof der Familie lebe und sich mit der Zucht und Anbau von Obstbäumen und anderen Pflanzen beschäftigt. Er strahlt eine innere Zufriedenheit aus, welche Taeko in ihrem Leben zu vermissen scheint.
Die Zeit auf dem Land verfliegt nur so, schon am nächsten Tag soll Taeko ihre Heimreise antreten, Toshios Oma hat da aber andere Pläne und ohne Umschweife bittet sie Taeko bei ihnen auf dem Hof zu bleiben und Toshio zu heiraten. Und Sie ist nicht die einzige die diese Gedanken hat, auch der Rest der Familie würde sich über diese Fügung freuen. Taeko ist damit aber völlig überfordert und verlässt ohne eine Antwort den Hof, nicht mal das es in Strömen regnet, hält sie davon ab. Auf der Brücke bleibt sie stehen, ihre Gedanken drehen sich im Kreis, ihr Herz würde so gerne bleiben, aber ihr Kopf sagt etwas anderes.
Wie aus dem Nichts kommt Toshio mit seinem Auto angefahren und beide fahre eine kleine Weile, hier spürt Taeko wo sie eigentlich hingehört, kann sich aber trotzdem nicht für eine Leben auf dem Lande entscheiden. Alle begleiten sie zum Bahnhof und nehmen Abschied von ihr, natürlich muss Taeko versprechen bald wieder zu kommen. Toshios Oma sagt noch einmal sie solle es sich überlegen. aber Taeko kann nicht anders und steigt in den Zug, sie winkt den Lieben am Bahnsteig noch einmal und schon verlässt der Zug dieses wunderschöne Land. Aber ist dies wirklich schon das Ende?

zum Anime
Der Anime bezieht sich auf den Manga „Omoide poro poro“, dort wird die Geschichte der 10 jährigen Taeko erzählt. Isao Takahata wollte die Geschichte aber aus Sicht der erwachsenen Taeko erzählen, welche sich an ihre frühe Kindheit zurückerinnert. Dies stieß nicht gerade auf Begeisterung bei den Firmen und Produzenten, man fand die Geschichte zu gewöhnlich, nicht spektakulär genug. Einzig Hayao Miyazaki sprang als Produzent ein, man wollte den Anime eigentlich 1990 auf den Markt bringen, auf Grund der 15 monatigen Arbeitszeit wurde der Termin aber auf das nachfolgende Jahr verlegt. Sechs Monate allein nur für die Kameraaufnahmen. Grund für die lange Arbeitszeit waren die detailierten, lebensnahen Aufnahmen, das gesamte Team wurde nach Yamagata gebracht.
damit der Anime noch realer wirkt wurden zuerst die Stimmen aufgenommen und dann die Animation der Figuren angepasst. Vor allem in der japanischen Version kommt dies ziemlich zum tragen, alles wirkt sehr lebensecht. Als Sprecher wurden fast nur Schauspieler ausgewählt, möglichst im selben Alter wie die Figuren, dies sollte noch mehr zur Lebensnähe beitragen.
Im Anime wurde die Gegenwart von Taeko sehr detailreich dargestellt, während in ihren Erinnerungen der Hintergrund meist etwas schwammiger dargestellt wird.

Fazit
Der Anime wurde mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet, wunderschöne Landschaften, liebevoll gezeichnete Figuren und eine dahinplätschernde Story verwöhnen den Zuschauer. Dazu kommt die Tatsache, dass der 1991 veröffentlichte Film eine schöne Restaurierung genossen hat und nun auf Blu Ray in einer nie da gewesener Qualität erstrahlt. Ein schöner Anime für die Nachmittagsstunden für die ganze Familie. Seht ihn euch an, vielleicht schwelgt auch ihr bald in euren eigenen Erinnerungen.

 

wir danken Universum Anime für das Rezensionsmaterial

 

  • Genre: Fantasy
  • Entstehungsjahr: 1991
  • Typ: Movie
  • Regie: Isao Takahata
  • Charakterdesign: –

zur DVD/Blu Ray

  • Sprachen: japanisch, deutsch DD 2.0/DTS HD 2.0
  • Untertitel: deutsch
  • Extras: Postkarten (nur in Erstauflage), Japanische Original-Trailer, Original Making-Of, Storyboards zum kompletten Film, Studio Ghibli Trailershow

Tränen der Erinnerung

Tränen der Erinnerung
7.5

Gesamtwertung

7.5 /10

Pro

  • gute deutsche Synchronisation
  • interessante Geschichte

Kontra

  • es fehlt das "gewisse Etwas"

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