Masse mit Rucklern – Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung



Vor einiger Zeit kündigte Nintendo einen weiteren Teil des 2017 erschienen Zelda- Abenteuers „Breath oft he Wild“ an. Wir wurden mit einem Teaser des zweiten Teils beglückt und seitdem wartet man gespannt auf den neuen Ableger für die Nintendo Switch. Doch bisher hat sich hier wenig getan bzw. gab es weder einen weiteren Trailer noch ein Veröffentlichungstermin. Stattdessen wurden viele Gerüchte gestreut in denen man davon ausging, dass noch ein echtes Brett zum Jahresende 2020 erscheinen soll und ging dabei immer von „Breath oft he Wild 2“ aus. Doch nun haben wir schon November und das genannte „Brett“ blieb aus bzw. entpuppte sich als ein weiteres Warriors Game, nämlich Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung. Wie sein Vorgänger auf Wii U, 3DS und auch Switch, handelt es sich hier natürlich wieder um ein sogenanntes Musou- Game.

Musou- Game sind offene und große hack and slash Games. Dabei steuert ihr eine oder mehrere Protagonisten über ein großes Schlachtfeld und tretet gegen riesige Gegnerwellen an, befreit so bestimmte Gebiete auf der Karte und nehmt sie ein. Parallel dazu kommen dann noch einige Nebenaufgaben während des Ablaufs dazu in denen ihr bestimmten Figuren helfen müsst oder gar große Gegner besiegen sollt. Dabei sind vor allem die Warriors Spiele von Koei Tecmo diesem Genre zuzuordnen.

Auch diesmal darf sich Koei Tecmo wieder am Zelda- Franchise bedienen und einen neuen Ableger präsentieren, diesmal im Stil von „Breath of the Wild“.

100 Jahre zurück
Wir erinnern uns, Link wacht in „Breath oft he Wild“ in einer Kammer auf, in der er lange geruht hat. Doch wieso er in der Kammer war, wird nur angerissen und nicht wirklich auserzählt. Zu dem erfahren wir auch nicht, was vor seinem langen „Schlaf“ alles passiert ist. Hier tritt „Zeit der Verheerung auf den Plan“ und greift die Geschehnisse ca. 100 Jahre vor „Breath of the Wild“ auf.

Durch einen Zeitriss gelingt es einem kleinen „Wächter“ aus dem völlig umkämpften und auch verwüsteten Hyrule in das 100 Jahre und weitaus ruhiger Hyrule zu gelangen. Hier ist die so genannte Verheerung noch nicht im vollen Gange und eine Veränderung zum Besseren durchaus möglich. Die Landschaften sind noch grün, das Schloss Hyrule ist in voller Pracht und Blüte und die Soldaten des Königreiches Trainieren für den Ernstfall, unter ihnen auch unser Held Link. Doch eines Tages greifen die Goblins das Schloss an und die Soldaten rücken aus, um ihnen eine Falle zu stellen. Nach dem gelungenen Auftrag trifft Link auch auf den kleinen Wächter aus der Zukunft, welchen er unverzüglich der Prinzessin bringt und Zelda erkannt, dass eine Gefahr kommt, auch wenn sie noch Bruchstückhaft erscheint. So beschließt sie der Zukunft ein Schnippchen zu schlagen und will ganze Hyrule für die Verheerung wappnen, denn das Böse ist schon im Gange. Das Ziel von Prinzessin Zelda scheint klar, die Titanen für den Kampf bereit machen und dem Bösen zuvorkommen. Leider ist das nicht ganz so einfach, denn die Goblins und andere fiese Gestalten haben es sich schon bequem gemacht und auch die anderen Völker sind nicht gerade offen für eine Zusammenarbeit. Sie kämpft also an gleich zwei Fronten, doch Link steht ihr helfend zu Seite und ab hier ist es eure Aufgabe das Böse in Massenschlachten zurückzudrängen.

Start, Schlacht und Wiedersehen mit alten Bekannten
Anders als noch im Vorgänger, habt ihr keinen Storybaum dem ihr folgen müsst, sondern startet zentral auf einem der aus „Breath of the Wild“ bekannten Aussichtstürme. Hier habt ihr per Tablet Zugriff auf die Karte, welche dem Hauptspiel entliehen ist. Hier bekommt ihr auch Zugriff auf die Haupt- und Nebenmissionen, welche euch in der Farbe Gelb (Blau für erledigt) angezeigt werden. Ihr habt also, sofern vorhanden schon mal Auswahl bei den Missionen, vor dem Beginn jeder Mission wird euch (wie schon im Vorgänger) immer angezeigt welches Level und welcher Protagonist empfohlen wird. Denn eines vorweg: ja ihr Levelt wieder auf, könnt also eure Stärke, Waffen und Lebenskraft aufwerten.

Habt ihr eure Mission betreten, bereist ihr die Sektion meist aber nicht allein, oft werdet ihr zu zweit, zu dritt oder gar zu viert abgesetzt und müsst euch den Weg durch Horden von Gegnern schlagen. Doch im Alleingang geht das, auf Grund von Zeitdruck, meist nicht. Daher könnt ihr während der Missionen zwischen den anwesenden Protagonisten wechseln. Denn im kern geht es beim Musou nicht um das Draufhauen, sondern auch um Strategie. Ihr solltet nämlich die Gebiete, welche in Feindeshand sind (diverse Stellungen) auch einnehmen. Da ist das Wechseln zwischen den Helden durchaus Hilfreich und taktisch klug. Denn schnell kann mal eben eine Gegnerwelle eben einen Story- relevanten Begleiter töten und die Mission ist verloren. Daher gilt: erobert die Gebiete, denn habt ihr die Rotmarkierten Areale von Moblins, Bokolins und Chuchus befreit, färben sie sich blau und sie gelten als erobert. Dann habt ihr eine Weile ruhe. Übrigens könnt ihr den KI gesteuerten Figuren auf der Kartenansicht Befehle erteilen, um so schneller einen Ort erreichen zu können.

unterschiedliche Helden und Fähigkeiten
Im Kampf werdet ihr auf immer mehr befreundete Helden aus dem Zelda- Universum treffen, die sich dann auch recht schnell eurer Truppe anschließen. Dabei bringt jeder besondere Fähigkeiten mit, so kann Link sehr gut mit dem Schwert und dem Bogen umgehen- kein Wunder, er ist ja schließlich ein Ritter. Die Zoraprinzessin Mipha hingegen nutzt die Kraft des Wassers und schleudert den Gegner Wasserblasen entgegen oder wirbelt sie in einen Strudel durch die Gegend. Die Gerudo Königin kommt mit Elektrisierenden Attacken daher, Prinzessin Zelda kann dank ihres Sheikah- Tablets Bomben als Drohnen nutzen und Impa ist wie eine Ninja, Blitzschnell und tödlich, weil sie auch Kopien für sich angreifen lassen kann.

Alle haben allerdings etwas gemeinsam, denn sie alle haben Zugriff auf das Sheikah Slate (das oben erwähnte Tablet) und haben so zugriff auf Heilung, Bomben und weitere spezielle Angriffe. So ist das Magnet- Modul besonders praktisch, hier könnt ihr dann Gegnern die Waffen entreißen, Dinge Bewegen und euch so Wege erschließen.

So leveln im Verlauf des Spiels alle Charaktere auf, ihr findet mehr Waffen, welche sich auch durchaus verbessern lassen. Hier gibt es die Möglichkeit die Waffen zu kombinieren und so die Angriffswerte zu erhöhen. Durch diese Entwicklungen könnt ihr eure Angriffe verbessern und auch Combos verlängern. Diese lassen sich dann in Spezialangriffe umlenken, in den jeder der Protagonisten richtig cool in Szene gesetzte wird und ganz nebenbei so ziemlich alles um sich wegrasiert.

Abwechslung und Mehrspieler
Diesmal gibt es nicht mehr nur reine Fußmissionen, sondern die Titanen bekommen in kleinen Missionen auch noch einen coolen Auftritt. Denn ihr dürft, ähnlich wie in „Jedi Fallen Order“ den AT-AT, den Titanen durch die Welt steuern und Gegnerwellen niederschlagen. Man fühlt auch unweigerlich an „Mechwarrior“ zurückerinnert.

Damit ihr aber nicht immer allein losziehen müsst, gibt es in „Zeit der Verheerung“ nun auch einen Zwei- Spieler Modi im fast schon vergessenen Splitscreen. Denn ihr könnt tatsächlich die gesamte Kampagne auch Kooperativ zusammenspielen und so die Geschichte gemeinsam erleben.

Sound und Technik
Bisher klingt das Süppchen, so nenne ich es mal, doch sehr lecker und die Prise an Soundkulisse kann sich auch hören lassen, Denn bekannte und neu arrangierte Musikstücke aus der Breath of the Wild Welt umschmeicheln eure Ohren. Das geht bei bekannten Geräuschen wie das Kisten öffnen, Schwertklänge und sogar die deutsche Vertonung los und endet beim Soundtrack, welcher wirklich sehr gelungen ist. Doch dann kommt das sprichwörtliche Salz zur Suppe und davon leider etwas viel.

Im Grunde kann sich die optische Präsentation wirklich sehen lassen, denn alles erstrahlt im typischen BotW- Stil und das steht dem Spiel sehr gut zu Gesicht. Doch leider gibt es auch Schattenseiten, da sind auf ploppende Objekte in der relativ nahen Ferne und viele verwaschene Texturen. Das wäre auf jeden Fall sicherlich noch verschmerzbar, wenn das Spiel wirklich flüssig laufen würde. Denn im Grunde erreicht das Spiel nie dauerhaft die konstanten 30 Bilder die Sekunde, ständig hat man das Gefühl es ruckelt bei 24- 26 Bilder die Sekunde rum, also gerade so flüssig spielbar. Doch ganz Schlimm wird es, wenn dann größere Gegner auf dem Bildschirm auftauchen und natürlich die Effekte auch mehr und größer werden, hier gibt es ständige Framedrops auf mindestens 15 Bilder die Sekunde und das im finalen Spiel. Die Demo war von der Performance her schon eine Katastrophe und das Endprodukt ist leider nicht wirklich besser. Hier stellt sich bei mir die Frage: wie konnte Nintendo solch einen Patzer durchwinken. Das Spiel läuft teilweise grottig schlecht und das gibt es nicht nur mal eben einen Ruckler, sondern bei Endbossen ist das scheinbar ein dauerhaftes Problem. Sicherlich nicht in jeder Welt immer präsent, da der Detailgrad ja auch schwankt, aber spürbar da. Zu dem scheint auch die Auflösung dynamisch (subjektiver Eindruck), aber im Handheld- Modus wird die Auflösung doch stark reduziert und das auch sichtbar, trotzdem läuft es nicht flüssiger.

Kleinere Extras
Eine Sache möchte ich nicht unerwähnt lassen, weil es einfach selten geworden ist. Wie schon im Vorgänger, könnt ihr kompatible amiibo- Figuren nutzen, um weitere Extras freizuschalten. Das können Kochrezepte oder auch Waffen sein.

Fazit
„Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ist tatsächlich sehr spaßig und spielt sich ähnlich gut wie sein Vorgänger. Gerade als Musou- Game, weiß die Lizenz in Verbindung mit den Massenschlachten durchaus zu begeistern. Auch grafisch muss sich der Titel nicht verstecken und das Sounddesign ist wirklich gelungen und holt vor allem die BotW- Spieler ab. Alles im grünen Bereich, bis hier hin. Denn jetzt kommt leider der Dämpfer, ich hatte im Verlauf des Spiels oft schon konstant niedrige Bilderwiederholungsraten, diese sind bei ca. 25 Bildern aber noch verschmerzbar, wenn dann aber die Action so richtig los geht, große Gegner oder viele Effekte auf den Bildschirm zu sehen sind, geht die Bildrate hart in den Keller. Das wirkt sich natürlich auch auf den Spielfluss aus, denn wenn es ruckelt, werden eingaben nicht oder verspätet erkannt.

Hier bleibt nur zu hoffen, dass sich Koei- Tecmo dem Problem noch annimmt und die Performance massiv verbessert. Solltet ihr allerdings nicht warten wollen, werdet ihr sicherlich trotz dieser Patzer Spaß haben. Es bleibt einfach einer der besten Ableger der „Warrior“- Titel, auch wenn es für Musou- Veteranen sicherlich zu einfach sein wird.

wir danken Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares

 

  • Genre: Action/Musou
  • Entstehungsjahr: 2019/2020
  • Plattform: Switch
  • Hersteller: Koei Tecmo Games
  • Publisher: Nintendo

zum Spiel

  • Sprachen: deutsch/englisch
  • Untertitel: deutsch
  • Spieler: 1-2 (kooperativ)

Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung

7.1

Gesamtwertung

7.1/10

Pro

  • sinnvolle Geschichte
  • schöne Grafik...
  • unterhaltsame Interaktion der Helden
  • stimmungsvoller Soundtrack
  • sammelbare Geheimnisse

Kontra

  • verschwommene Optik im Handheld
  • ...Framerate sehr instabil
  • Antagonisten sehr Flach

verwandte Beiträge

hinterlasse ein Kommentar

Bitte akzeptiere unsere Datenschutzbestimmungen.